Home > Aktivitäten > Veranstaltungen > Dirk Reinhardt liest aus "Train Kids"

Dirk Reinhardt liest aus "Train Kids"

Gerade erst wurde Dirk Reinhardt mit seinem Roman „Train Kids“ auf die Nominierungsliste für den Preis der Jugendjury 2016 des Deutschen Jugendbuchpreises gesetzt, schon war er zu Gast am Hochfranken-Gymnasium, um den Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen seinen neuesten Jugendroman vorzustellen. Zudem nutzte er die Gelegenheit, um den Jugendlichen in einem Vortrag mehr über das Leben der echten Train Kids zu erzählen. Während seiner Arbeit am Roman hat Reinhardt nämlich in Mexiko recherchiert und sich intensiv mit dem Schicksal dieser Kinder und Jugendlichen beschäftigt, die sich auf der Flucht vor Armut und Gewalt in der Heimat auf den gefährlichen Weg von Südamerika in die USA machen. Dabei springen die Train Kids auf Güterzüge auf und fahren auf den Dächern der Waggons Tausende von Kilometern illegal Richtung USA. Nicht wenige verlieren dabei ihr Leben, werden ausgeraubt und verprügelt und nur kaum einer von ihnen kommt überhaupt in den USA an. „Uns überzeugt dieses Buch nicht nur als Geschichte, sondern weil es uns vor dem aktuellen Flüchtlingshintergrund sehr berührt“, begründete die Jugendjury ihre Nominierung und tatsächlich leidet man beim Lesen des Buches von der ersten Seite an mit den Jugendlichen mit. Die Train Kids, das sind in diesem Fall Miguel, Fernando, Emilio, Angel und Jazmin, die aus den Armenvierteln Mittelamerikas fliehen und sich zu zusammenschließen, um gemeinsam die lebensgefährliche Reise anzutreten. Zu Recht wurde der Autor im April für diesen Roman noch mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet.
Für die 8. Klassen las Reinhardt anschließend noch aus seinem bekannten Roman „Die Edelweißpiraten“. Darin widmet sich der promovierte Historiker einer Gruppe Jugendlicher im Raum Köln, die im Nationalsozialismus Widerstand geleistet, anders als die „Weiße Rose“ aber lange Zeit keine Beachtung gefunden hat. Nach der Lesung veranschaulichte Reinhardt anhand von Fotos aus dieser Zeit, wie die tatsächlichen Edelweißpiraten und deren Leben aussahen. Die meisten von ihnen stammten aus der Arbeiterschaft und widersetzten sich im Gegensatz zu vielen anderen Jugendlichen dem Druck, in die Hitlerjugend einzutreten. Denn dort wurden die hart arbeitenden Lehrlinge häufig von den HJ-Führern schikaniert. Stattdessen organisierten sie Ausflüge, dichteten und sangen ihre eigenen Lieder und setzten sich vor allem durch ein auffälliges Äußeres – wie lange Haare und bunte Kleidung – von der „Reichsjugend“ ab. Immer wieder kam es zu Schlägereien und als die Edelweißpiraten zunehmend politisch aktiv wurden und beispielsweise Flugblätter gegen das NS-Regime verteilten, wurde die Gestapo (Geheime Staatspolizei) auf sie aufmerksam. Trotz ihres jugendlichen Alters wurden viele eingesperrt, gefoltert oder sogar hingerichtet. Der Roman „Edelweißpiraten“ erzählt die fiktive Geschichte des 16-jährigen Daniel, der am Grab seines Großvaters dessen Jugendfreund begegnet und mit Hilfe eines Tagebuchs die Geschichte der Edelweißpiraten aus dem Kölner Arbeiterviertel Ehrenfeld kennenlernt. Auf diese Weise bekommen die Leserinnen und Leser einen Einblick in die grausame Wirklichkeit des Nationalsozialismus, aber auch einen lebendigen Eindruck vom Alltag gleichaltriger Jugendlicher, die ihr Leben riskiert haben, um sich gegen ein Unrechtsregime aufzulehnen.
Im Anschluss an beide Lesungen hatten die Schülerinnen und Schüler außerdem die Möglichkeit, dem Reinhardt Fragen zu seiner Arbeit und dem Entstehungsprozess der Bücher zu stellen und mehr über die Rolle von Agenten, Lektoren und Verlegern zu erfahren.

Dr. Nadja Braun, 2016-04-25 18:42:45

31.03. - 08.04.

Schüleraustausch

10.04. - 21.04.

Osterferien

Mehr anzeigen ...