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Dominik Forster – vom Junkie zum Autor

Den Chemielehrer Walter White und seinen Schüler Jesse aus „Breaking Bad“ kennt fast jeder. Fünf Staffeln lang haben sie Millionen von Fernsehzuschauern nicht nur gezeigt, wie einfach es ist, Crystal Meth herzustellen, sondern wie cool ein Leben als Drogendealer und Crystal-Konsument sein kann. Aus dem langweiligen Pauker wird nämlich ein richtig krasser Gangster, der gemeinsam mit seinem drogenabhängigen Partner Jesse ein aufregendes, actionreiches Leben führt. Auch der 29-jährige Nürnberger Autor Dominik Forster hat erlebt, wie toll es sein kann, auf Droge zu sein. Tatsächlich fühlt man sich anfangs wie Superman und geht ab wie eine Silvesterrakete; die allerdings explodiert bekanntlich am höchsten Punkt – und dann geht’s nur noch steil nach unten. In der Realität sind Rauschmittel wie Crystal Meth eben alles andere als so harmlos, wie es in der Serie vielleicht erscheint. Das haben die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen spätestens dann verstanden, als Dominik Forster anschaulich von der verdreckten Wohnung erzählte, in der er als Junkie hauste und die er nur ertrug, indem er noch mehr Drogen konsumierte. Eindrucksvoll berichtete er, wie eines Tages die Paranoia und der Wahn so extrem waren, dass er sich mit einer Nagelschere am ganzen Körper vermeintliche Käfer aus dem Fleisch schnitt. Wenig später stellte er fest, dass er nicht mehr lesen und schreiben konnte, was ihm jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits egal war, da er nur für den nächsten Schuss lebte. Über seine persönliche Drogenhölle und den langen Weg zurück ins Leben hat Dominik Forster ein Buch geschrieben. „Crystal.klar“ ist eine authentische und in ihrer Anschaulichkeit sehr schockierende Biografie eines Junkies und Dealers, der letztlich im Hochsicherheitsjugendknast landet und dessen gesundheitliche Spätfolgen ihn noch immer zeichnen. Obwohl er seit acht Jahren clean ist, sagt er selbst, dass er sich noch nicht als geheilt betrachtet, sondern seine Drogensucht vielmehr als lebenslangen Kampf sieht.
Man muss zugeben, Dominik Forsters Prinzip der Drogenprävention ist ungewöhnlich. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und seine Sprache ist direkt. Andererseits kann man unsere Achtklässler selten als so gebannte Zuhörer erleben wie bei den Geschichten aus seinem Leben, sodass zu wünschen bleibt, dass seine Methode Erfolg hat und die Botschaft angekommen ist.

Dr. Nadja Braun, 2018-03-08 19:28:50