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Außergewöhnliche Freundschaften

So begeistert hat man die 6. und 7. Klassen noch bei keiner Autorenlesung erlebt. Die Schriftstellerin Stefanie Höfler hat alle schwer beeindruckt mit ihren Geschichten von außergewöhnlichen Freundschaften und der mitreißenden Gestaltung ihrer Lesung.
Dass sie für uns den weiten Weg aus dem Schwarzwald auf sich genommen hat, um im Frankenwald zu lesen, hat uns natürlich auch gefreut. Im Gepäck hatte sie ihren ersten Roman „Mein Sommer mit Mucks“, aus dem sie für die 6. Klassen gelesen hat. Darüber hinaus durften die Schülerinnen und Schüler auch selbst aktiv werden, indem sie sich überlegen sollten, wie sie an Stelle der Hauptfigur gehandelt oder die Handlung fortgesetzt hätten. Außerdem war der Großteil der Klassen davon überzeugt, die Romanheldin Zonja selbst gerne zur Freundin zu haben, obwohl sie – wie Zonja es selbst formuliert – Angst vor den falschen Dingen hat, z. B. dem Mundgeruch ihres Opas, und sich durch eine unbezwingbare Neugier auszeichnet, die unter Gleichaltrigen gemeinhin als eine Art unheilbare Krankheit angesehen werde. Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen hätte es laut eigener Aussage nicht einmal abgeschreckt, dass Zonja in der Mittagspause eine Blindschleiche auf dem Chemieversuchstisch zerteilt. Anders ging es ihnen mit Zonjas neuem Freund Mucks. Was der zu verbergen hatte, blieb ihnen bis zum Ende ein Rätsel. Dafür sorgte die Autorin ganz bewusst, wenngleich sie riskierte, dass einige ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer vor Neugierde beinahe platzten.
Um eine außergewöhnliche Freundschaft geht es auch in Stefanie Höflers aktuellem Roman „Tanz der Tiefseequalle“, der ganz nach dem Geschmack der 7. Klassen war, die bei der Episode im Schullandheim gleich wieder an ihre eigene Fahrt am Ende der 6. Klassen erinnert wurden. Was jedoch Sera auf ihrem Ausflug erlebt, unterschied sich dann doch stark von ihren eigenen Erlebnissen. Das schönste Mädchen der Klasse sieht sich im Klettergarten nämlich den Zudringlichkeiten von Marko ausgeliefert. Der ist zwar der Schwarm aller Mädchen, Sera findet seine Übergriffe dennoch alles andere als angenehm und ist deshalb dankbar, von einem Mitschüler gerettet zu werden. Allerdings entpuppt sich ausgerechnet der dicke Außenseiter Niko, der dem ständigen Spott der Mitschüler ausgesetzt ist, als ihr Retter. Trotzdem könnte das eigentlich der Beginn einer großen Freundschaft werden, unklar ließ die Autorin allerdings, ob Sera mutig genug ist, sich öffentlich zu Niko zu bekennen, und wie sich die Beziehung weiter entwickelt.
Nach der Lesung hatten die Schülerinnen und Schüler dann wie immer Gelegenheit, der Autorin Fragen zu stellen. Eine Frage war jedoch nicht zugelassen, das hatte Stefanie Höfler gleich deutlich gemacht, über das Ende der beiden Romane wollte sie partout nichts verraten. Dafür erzählte sie, dass sie bis vor Kurzem Deutsch und Englisch an einem Gymnasium im Raum Stuttgart unterrichtet hat und gerade eine kreative Pause macht, um weitere Projekt voranzubringen und in den Dialog mit ihren Leserinnen und Lesern zu treten. Die freie Zeit hat sie bereits produktiv genutzt – im Sommer erscheint ihr dritter Roman „Der große schwarze Vogel“, den sie hoffentlich nächstes Jahr persönlich bei uns vorstellen wird.

Dr. Nadja Braun, 2018-05-10 21:30:06

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