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Das alte Ägypten in Bayern

Der Wahlkurs der Regionalen Begabtenförderung für Gymnasien in Oberfranken steht am Hochfranken-Gymnasium in diesem Schuljahr unter dem Motto „Das alte Ägypten in Bayern“. Wie viele Spuren des alten Ägyptens es tatsächlich in Bayern gibt, davon überzeugten sich die acht Schülerinnen der Klassen 7 bis 9 auf einer dreitägigen Exkursion durch Bayern gemeinsam mit der Kursleiterin StRin Dr. Nadja Braun und StDin Andrea Walther-Gläseke.
Der erste Weg führte nach Iphofen, wo man erstmal keine ägyptischen Altertümer vermutet. Tatsächlich befindet sich doch aber das Knauf-Museum mit einer in Europa einmaligen Sammlung von Repliken bedeutender Werke vieler alter Kulturen. Zu den Abformungen gehören neben Statuen und Stelen aller Art auch ganze Tempelwände. Ein besonderes Stück ist das so genannten Punt-Relief aus dem Terrassentempel der Königin Hatschepsut in Deir el-Bahari, das im Rahmen der Führung genauer erklärt wurde. In Augenschein genommen und vorgestellt wurden außerdem Nachbildungen altägyptischer Originale aus bedeutenden europäischen Sammlungen wie London, Berlin und München.
Noch am selben Nachmittag ging es weiter nach Würzburg, wo sich neben München das zweite Ägyptologische Institut in Bayern befindet. Der dortige Lehrstuhlinhaber Professor Martin Stadler lud die Schüler in seine Vorlesung „Grundzüge der Ägyptologie“ ein, in der es um den Kult des Gottes Soknopaios in Dime, einem Ort am Rand der Oase Fayum, ging. Professor Stadler, der als Grabungsphilologe selbst vor Ort gearbeitet hat, erläuterte nicht nur die philologische Besonderheit des Namens „Soknopaiu Nasos“ (Insel des Soknopaios), sondern präsentierte auch Fotos von seiner feldarchäologischen Tätigkeit und das alles in einem so klar verständlichen Vortrag, dass die Schülerinnen überrascht waren, wie gut sie den Ausführungen hatten folgen können und wie interessant philologische Arbeit sein kann.
Am nächsten Tag erwartete dann Felix Röhr die Schülerinnen für eine Führung durch die ägyptische Sammlung des Martin-von-Wagner-Museums in der Würzburger Residenz. Er legte einen Schwerpunkt auf den Totenkult und erklärte beispielsweise die Bedeutung des Totengerichts, den Mythos um den Unterweltsgott Osiris oder die Hintergründe der mumifizierten Katzen. Anschließend hatte Dr. Eva Lange für die Nailaer Gruppe einen Power-Point-Vortrag über ihre aktuelle Grabung in Bubastis im Nildelta vorbereitet. Dabei ermöglichte sie nicht nur einen ebenso realistischen wie eindrucksvollen Einblick in den Alltag der Archäologen, sondern beeindruckte auch mit Fotos von Funden wie einer überlebensgroßen Sitzstatue von Pharao Ramses II. Die Schülerinnen erfuhren aber auch, wie schwierig und aufwendig die Organisation, Durchführung und vor allem Finanzierung einer Grabungskampagne ist und auf welche Fähigkeiten es ankommt, wenn man im Feld arbeitet.
Am letzten Tag machte sich die Gruppe dann auf in die Landeshauptstadt zur Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst. Im Vorfeld hatten sich alle auf eine spezielles Objekt aus dem Museum vorbereitet und nutzten die Führung, um weitere Informationen über dieses Stück zu bekommen, um später bei damit weiterarbeiten zu können. Außerdem wurden bei der dritten Führung durch eine ägyptische Sammlung innerhalb von drei Tagen die Kenntnisse über die ägyptische Kultur, Religion und Geschichte noch weiter ausgebaut. Anschließend beschäftigten sich die Schülerinnen dann in einem Workshop mit dem beliebten altägyptischen Brettspiel Senet. Jeder durfte aus Papier ein eigenes Spiel basteln, aus zweifarbigem Ton Spielfiguren modellieren und anschließend so genannten Wurfstäbe bemalen, die im alten Ägypten an Stelle von Würfeln eingesetzt wurden. Auf diese Weise hatte jeder ein Spiel im Gepäck, um die lange Zugfahrt zurück in den Frankenwald zu verkürzen.

Dr. Nadja Braun, 2017-05-06 22:50:10

01.07. - 08.07.

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