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Den Schrecken erfassen

Schüler des Hochfranken-Gymnasiums vertiefen sich in das Stück „Deine Anne Frank“. Ein Workshop bringt ihnen das Schicksal des Mädchens näher.

Die Inszenierung des Stückes am Hofer Theater „Deine Anne Frank“, eine Uraufführung, ist mitten in der Entstehung. Schülerinnen und Schüler der 7a des Hochfranken-Gymnasiums Naila sind mittendrin und begleiten das Werden der Inszenierung. Die Mädchen und Jungen lesen als Pflichtlektüre „Das Tagebuch der Anne Frank“ und kennen sich somit aus. Zwei Drittel des Buches haben die Siebtklässler bisher gelesen. Fragen zum Inhalt von Theaterpädagogin Zuzana Masaryk bestätigten das angelesene Wissen.
Seit 2015 besteht die Kooperation zwischen der Schule und dem Hofer Theater, die jedem Schüler einmal im Jahr einen Theaterbesuch sichert. Zudem kamen die Gymnasiasten bisher in den Genuss eines Tanzworkshops, eines Opernbesuchs wie auch eines Workshops von Theaterpädagogin Zuzana Masaryk zum Thema „Was ist eigentlich präsentes Auftreten?“ Auch jetzt war die Theaterpädagogin wieder zu Gast und bot zur Inszenierung „Deine Anne Frank“ einen Workshop. Bereits vorausgegangen war die Teilnahme an einer Konzeptionsprobe, dafür war das Regieteam zu Gast in der Schule. Es folgt noch ein Besuch im Theater Hof, um die Entwicklung des Stücks mitzuverfolgen, verbunden mit einer Führung durch das Theater mit Blick hinter die Kulissen. Den Workshop erlebten 22 Siebtklässler mit Lehrerin Anja Haugk. Masaryk fragte nach Fremdsprachen, die jeder sprechen kann, und, um die Auswahl zu vergrößern, auch nach Dialekten. Diese galt es dann, auf Sticker aufzuschreiben und an den Körper zu kleben. Im Innen- und Außenkreis aufgestellt, sollte immer nach Auswahl des Partners die jeweilige Fremdsprache oder Dialekt gesprochen werden. Ein ziemliches Kauderwelsch wurde das und die Siebtklässler bestätigten wenig später, dass es kein gutes Gefühl war. Mit dieser Aufgabe sollten die Schüler nachempfinden, wie es für Anne Frank gewesen sein könnte – in einem fremden Land mit fremder Sprache zu leben, und das zudem nach einer Flucht.
Auffällig und unauffällig sein, war die nächste Aufgabe für die Schüler, die sich in zwei Gruppen mit Akteuren und Zuschauern teilten, um dann zu bewerten. Immer wieder nahm die Theaterpädagogin Bezug zum Buch, fragte nach und wollte die Meinungen der Schüler wissen.
Den Abschluss bildete ein „Standbild“. Einer nach dem anderen nahm eine Figur vom Buch ein und stellte sie mit einer beschreibenden Geste dar. Der spielpraktische Workshop bot eine Möglichkeit, die Hintergründe des Buches und des Stücks Anne Frank zu beleuchten. Sie konnten Eindrücke sammeln und sich hineinversetzen in das Mädchen Anne Frank.
Eine kreative Schreibwerkstatt gab es außerdem. Darin war es die Aufgabe, ein Tagebuch zu schreiben. Und vielleicht werden sogar die besten oder kreativsten Zeilen im Programmheft abgedruckt.
Die Siebtklässler werden am 4. Juni der Generalprobe des „mobilen Stückes“ beiwohnen, bevor die Uraufführung am 5. Juni im Hofer Schiller-Gymnasium stattfindet. Der Inhalt: Eine junge Frau setzt sich mit der deutschen Geschichte der Judenverfolgung auseinander, versucht zu verstehen und sich ein Bild vom Nationalsozialismus zu machen. Sie liest das Tagebuch der Anne Frank und zieht auch andere Zeitzeuginnen zu Rate, vergleicht sie und bildet sich ihre Meinung.

Einen Hörbeitrag des Bayerischen Rundfunks zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Sandra Hüttner, Frankenpost, 2018-07-14 21:17:43