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„Mitten wir im Leben sind"

„Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ (M. Luther; EG 518,1)
Mit dieser, für heutige Ohren sprachlich sperrigen, Liedzeile aus dem gleichnamigen Lutherlied lässt sich gut der alljährliche Besuch der zehnten Klassen auf dem Friedhof und im Krematorium in Hof umschreiben.
„Mitten wir im Leben sind“
Herr Schall von der Friedhofsverwaltung erklärte die unterschiedlichen Grabfelder auf dem Gelände. Die Besonderheit des Hofer Friedhofs besteht in seiner parkähnlichen Gestaltung. Neben den unzähligen Bestattungsplätzen finden sich verstreut auch zahlreiche historische Grabdenkmäler, bestehend z. B. aus monumentalen Marmorstelen und Figuren, oder Gräber von Opfern aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Beide werden heute von der Stadt Hof dauerhaft gepflegt und in Instandgehalten, um sie für die Nachwelt zu erhalten.
Der Trend aktueller Bestattungen geht aber in Richtung Verbrennung und Urnenbeisetzung. So zeigte er uns die verschiedenen Möglichkeiten auf, die von einer Beisetzung in einem anonymen Grabfeld ohne jegliche Möglichkeit, etwas Persönliches abzulegen, über kleine Urnengräber bis hin zu den Urnenstelen reichen, die auf immer mehr Friedhöfen Einzug halten und von vielen Menschen schon zu Lebzeiten als letzte Ruhestätte gekauft werden. Gerade diese verbinden die persönliche Trauer mit der Möglichkeit einer sehr geringen Grabpflege.
Eindrücklich und bewegend war die Begegnung mit dem Grabfeld für Kinder und besonders für Totgeburten. Früher mit dem „Klinikmüll“ einfach entsorgt, wird die Möglichkeit heute von vielen Eltern gerne angenommen bei der anonymen Bestattung anwesend zu sein und so einen Ort der Trauer zu besitzen.
„mit dem Tod umfangen“
Im Krematorium erläuterte Herr Schall die Arbeitsweise und Funktionsweise des Kremierens eines Leichnams. Was bleibt am Ende eines Lebens von diesem Menschen übrig und wie wird der Leichnam würdig verbrannt und in eine Urne gefüllt?
Fragen, die viele Menschen sich stellen. Manchen befremdete die Vorgehensweise und das professionelle Reden über den Tod und - wie immer – ging es dabei auch um das Thema Geld, aber die Einsicht, dass auf der einen Seite es einen würdigen Umgang mit den Verstorbenen braucht und auf der anderen Seite es wichtig ist aus Sicht der Friedhofsverwaltung sehr transparent diesen Umgang zu zeigen, überzeugte die Schülerinnen und Schüler.
Am Ende des Rundgangs dieser nicht alltäglichen Exkursion betonte Herr Schall nochmals wie wichtig es sei, sich bereits im Leben wenigstens einmal mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Er steht uns allen unweigerlich bevor.

Stephan Müller, 2018-07-26 16:02:27

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