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Besuch der Synagoge in Hof

Für einen Einblick in das jüdische Leben in unserer Region besuchten die 9. Klassen zusammen mit den Religionslehrern Stephan Müller und Thomas Köppel die Israelitische Kultusgemeinde in Hof.
Rabbiner David Goldberg begrüßte uns herzlich in dem ehemaligen Schulgebäude in Moschendorf, das seit über 20 Jahren als Synagoge dient, zeigte uns die Räumlichkeiten, das Ewige Licht und einen ganz besonderen Schatz: Die alte Torarolle, also die Schriftrolle mit den 5 Büchern Mose in hebräischer Sprache, die noch aus der alten Hofer Synagoge stammt. Sie ist der einzige Gegenstand, der die Zerstörung der alten Synagoge bei den Novemberpogromen 1938 überstanden hat.
Aufgefallen sind uns viele Bücher und Texte in kyrillischer Schrift: Herr Goldberg erklärte uns, dass in den 1990er Jahren durch jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion die jüdische Gemeinde in Hof wieder stark anwuchs und viele Mitglieder die Schriften in ihrer Muttersprache weitaus besser verstehen als im hebräischen Original.
Der Rabbiner beantwortete bereitwillig alle unsere Fragen, etwa darüber, ob die Hofer Juden wirklich alle Gesetze und Regeln so streng einhalten, wie man das als Außenstehender oft annimmt. Hier ist es bei Juden nicht anders als bei Christen: Für manche beeinflusst die Religion den Alltag stark, viele sehen es etwas lockerer, für andere wiederum ist die Religion Nebensache. Wir sprachen über die Umsetzung jüdischer Gebote im Alltag hierzulande, also etwa darüber, wie man am besten an koschere (den jüdischen Speisegeboten entsprechende) Nahrungsmittel gelangt. Aber auch Antisemitismus war ein Thema, von dem Herr Goldberg in unserer Region Gott sei Dank noch nichts gespürt hat.
Gerade am Ende des 9. Schuljahres, in dem sich die Schüler etwa im Geschichtsunterricht mit den schlimmsten Erfahrungen der Juden in Deutschland auseinander gesetzt haben, ist eine solche Begegnung mit unseren heutigen jüdischen Mitbürgern wichtig: Wir als jetzige Generationen haben noch einmal die Chance zu einem toleranten und friedlichen Miteinander. Deshalb nehmen wir auch gerne in künftigen Jahren wieder die Einladung von Rabbiner Goldberg an, mit unseren Klassen die Synagoge zu besuchen.

Thomas Köppel, 2018-08-22 21:56:45

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