On y va! Zu Besuch bei unserer französischen Partnerschule 2025

Il ne faut pas laisser croitre l´herbe sur le chemin de l´amitié. – Auf dem Weg der Freundschaft soll man kein Gras wachsen lassen.

Daher haben sich 18 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe, die Französisch als zweite oder dritte Fremdsprache lernen, im Mai wieder auf nach Noidans-lès-Vesoul gemacht, um die in den letzten Jahren gewachsene deutsch-französische Freundschaft weiter zu hegen und zu pflegen. Bereits seit Dezember 2024 standen die meisten Jugendlichen dank der sozialen Medien mit ihren französischen correspondants in regem Kontakt und konnten es kaum erwarten, Richtung Franche-Comté zu starten und endlich ihre Partner „live“ zu sehen. Und dann war es plötzlich soweit:  

8. Mai 2025 – Tag 1

Los ging die Reise um 5 Uhr, als wir uns am Hofer Bahnhof versammelten. Zunächst waren alle noch recht müde, doch nach den ersten Burgern in Nürnberg und ein paar Runden durch den Zug, waren schließlich alle spätestens ab Karlsruhe wach. Ein bisschen Panik kam auf, als wir in Mulhouse quasi null Minuten zum Umsteigen hatten, aber ansonsten funktionierte alles reibungslos. Dennoch war die Reise kräftezehrend, denn sie endete erst nach 13,5 Stunden, achtmaligem Umsteigen und knapp 700 Kilometern in Vesoul, wo aber zum Glück die französischen Partner bereits freudestrahlend und mit offenen Armen auf uns Deutsche warteten. Welch toller Beweis für die gelungene Aussöhnung unserer beiden Nationen, gerade an einem so historisch bedeutsamen Tag wie dem 8. Mai 2025, an dem Frankreich den 80. Jahrestag der Befreiung von Deutschland feierte.

9. Mai 2025 – Tag 2

Beim Frühstück am Freitag wurden wir damit konfrontiert, dass man in Frankreich Frühstücksbrettchen nicht als Teil des Frühstücksgedecks einplant und stattdessen einfach den Tisch als Unterlage nutzt. Kleiner Schock, aber das ist Landeskunde pur! Im Collège René Cassin startete dann das Programm um 8.15 Uhr mit einer Kennenlernrunde und Spielen in der Bibliothek unter Leitung von Monsieur Semprey. Daran schloss sich der Besuch im Rathaus an, wo wir vom Bürgermeister mit einer Rede über die deutsch-französische Freundschaft und einem kleinen Snack empfangen wurden. Anschließend gingen wir in die benachbarte Grundschule, um dort die Deutschklassen von M. Semprey zu überraschen. Diese bedankten sich ihrerseits mit deutschen Liedern und kleinen Geschichten.

Ein kleiner „Kulturschock“ war auch das Mittagessen in der Kantine und das absolute Handyverbot während der langen Pause vorm Nachmittagsunterricht.

Nach der Pause durften wir das erste Mal am Unterricht unserer Partner teilnehmen. Für manche stand Sport, für die anderen zuerst Englisch und anschließend eine Kombi aus Mathe und Physik auf dem Plan. Außerdem musste jedes deutsch-französische Paar einen Teil der „Fresque de l’Europe“, die M. Semprey zusammenstellen wollte, gestalten. Erst um 17.00 Uhr war der Schultag beendet und wir konnten mit den Gastfamilien den Abend ausklingen lassen.

10. Mai 2025 – Tag 3

Mit dem Samstag startete das Wochenende, das jeder individuell mit seiner Gastfamilie gestaltete. Einige der deutsch-französischen Tandems trafen sich in Vesoul oder im Park. Bei anderen wiederum stand zum Beispiel ein Zoobesuch in Mulhouse, eine Stadtbesichtigung in Besançon oder diverse sportliche Aktivitäten auf dem Programm. Dabei ließ sich nicht nur die Region, sondern auch die Gastfamilie besser kennenlernen, und es gab jede Menge zu lachen.

11. Mai 2025 – Tag 4

Am Sonntag stand viel Zeit zur Verfügung, um mal ordentlich auszuschlafen, sich ein wenig auszuruhen und einfach im Garten der Gastfamilie zu entspannen. Aber das galt nicht für alle. Etliche Austauschteilnehmer und ihre Partner verbrachten den sonnigen Nachmittag zusammen am nahegelegenen See - Lac de Vesoul/ Vaivre , den wir z.B. mit den Rosalie (lustige Tretmobile für mehrere Personen) umrundeten. Später machten wir noch ein Picknick und bummelten über die Landwirtschaftsausstellung – Le Festival de l’Élevage – wo man riesige Traktoren und preisgekrönte Kühe bestaunen konnte. Eine Schülerin hatte außerdem die Gelegenheit, an einer riesigen Geburtstagsfeier der Familie teilzunehmen, was aber gar nicht so einfach ist, wenn man fremd und sprachlich unsicher ist.

12. Mai 2025 – Tag 5

Am Montag fuhren alle Austauschteilnehmer mit dem Bus nach Belfort, um dort den Tag zu verbringen und die „Stadt des Löwen“ zu erkunden. Während einer geführten Tour durch die beeindruckende Zitadelle erfuhren wir viel über deren Entstehung und über die wichtige Bedeutung hinsichtlich der deutsch-französischen Geschichte. Ein Foto unter der imposanten Löwenstatue durfte natürlich nicht fehlen. Außerdem besichtigten wir eine alte Kirche, spazierten durch die Altstadt von Belfort und hatten auch etwas Freizeit, um Souvenirs zu kaufen, bevor es mit dem Bus zurückging. 

13. Mai 2025 – Tag 6

Der Dienstagmorgen begann wie immer mit dem Weg zur Schule. Dort mussten die Schüler der 3ème (letzte Klasse des Collège), die bald ihre Abschlussprüfungen schreiben würden, in den Unterricht gehen, während alle anderen Beteiligten des Austausches ins Stadtzentrum Vesouls spazierten und dort das Rathaus mitsamt der einzigartigen Innenwandbemalung des französischen Künstlers Albert Decaris entdeckten.  Im Anschluss erkundeten wir in Kleingruppen die Innenstadt entlang des Parcours Gérôme, wobei wir Wandgemälde des Künstlers Jean-Léon Gérôme suchen mussten, die einige Hauswände verschönern. Natürlich blieb auch Zeit, um sich eine leckere kleine Stärkung in einer Boulangerie oder Patisserie zu kaufen, eh es zurück zur Schule ging. Nach dem Mittagessen konnte man im Pausenhof Fußball oder Basketball spielen, oder einfach nur das Treiben beobachten. Ab 14 Uhr hieß es dann wieder Unterricht für alle, bevor am Ende des Tages die deutsch-französischen Austauschschüler alle nochmals um 18 Uhr in der Mensa zu einem kleinen Snack-Buffet zusammenkamen, bei dem auch schon der offizielle Abschied stattfand.

14. Mai 2025 – Tag 7

Mittwoch war unser vorletzter Tag in Frankreich. Wir verabschiedeten uns von unseren Partnern vorm Collège René Cassin und fuhren mit dem Zug nach Straßburg. Nach dem Zimmerbeziehen im Hotel Patricia hatten wir circa eine Stunde Freizeit im historischen Stadtzentrum von Straßburg, welche die meisten von uns nutzten, um in ein Einkaufszentrum oder zu McDonalds zu „joggen“ und schnell noch etwas einzukaufen. Im Anschluss an den Shopping-Sprint stiegen wir in ein Batorama-Ausflugsboot, mit dem wir eine 60minütige Rundfahrt auf dem Fluss Ill machten und per Kopfhörer Informationen über die Stadt erhielten. Wegen der Hitze und der Hintergrundmusik sind am Ende aber einige eingedöst 😉. Da wir auch das Europaparlament besichtigen wollten, stiegen wir dort aus, und machten uns auf zur Einlasskontrolle, wofür jeder seinen Reisepass benötigte. Das war ein bisschen wie die Sicherheitskontrollen am Flughafen und verlief nicht für alle Schüler reibungslos.  Die geführte Tour durch das Europaparlament war sehr beeindruckend und interessant, aber danach war ein Großteil von der Hitze und den vielen Informationen ganz schön geschafft und wollte zurück zum Hotel, um sich auszuruhen. Der Rest der Gruppe, der noch nicht müde war, erklomm bei schönster Abendstimmung noch die 330 Stufen des Straßburger Münsters und genoss die fantastische Aussicht auf die historische Altstadt und die Umgebung. Und wie im Französischbuch gelesen, konnte man von dort tatsächlich den Schwarzwald und die Vogesen sehen. Zum Abendessen gab‘s so viel Flammkuchen, wie wir essen konnten, und während des Essens erzählten sich alle lustige Geschichten und hatten eine richtige gute Zeit.

15. Mai 2025 – Tag 8

Nach einer Woche in Frankreich mussten wir heute die Heimreise antreten. Doch bevor es um 10 Uhr losging, suchten sich die verschiedenen Kleingruppen alle noch ein Café oder eine Boulangerie, um sich ein letztes Croissant zu gönnen oder ein Sandwich für die Fahrt zu besorgen.  Danach wurde ausgecheckt und die Tram über die Rheinbrücke bis nach Kehl genommen. Von dort startete unsere gefühlt endlose Rückfahrt mit der Deutschen Bahn, die aufgrund von Zugausfällen plötzlich in Kronach statt in Hof endete. Doch unsere Eltern nahmen uns auch dort stolz in Empfang und wollten natürlich sofort alles wissen.

 

    

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