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Lesung mit Anna Kuschnarowa

Islamistischer Terror und der sogenannte „Heilige Krieg“ – mit diesem Thema beschäftigen sich gerade die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen. Dabei spüren sich insbesondere der Frage nach, warum immer wieder deutsche Jugendliche auf die islamistische Propaganda ansprechen und im Extremfall sogar bereit sind, ihr Leben und das vieler Unschuldiger einem vermeintlich höheren religiösen Ziel zu opfern.
Der Jugendroman „Djihad Paradise“ der mit zahlreichen Auszeichnungen – wie dem renommierten Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendliteratur, dem Friedrich-Gerstäcker-Preis oder dem Jugendliteraturpreis „Harzburger Eselsohr“ – für ihr Schaffen gewürdigten Autorin Anna Kuschnarowa, die in diesem Schuljahr wieder zu Gast am Hochfranken-Gymnasium war, stellt einen dieser Jugendlichen in den Mittelpunkt: Der Gymnasiast Julian konvertiert auf der Suche nach Halt und einem Sinn in seinem Leben zum Islam, gerät dabei aber in fundamentale Kreise. Seine zunehmende Faszination für diese Religion sowie den Wandel zur radikalen Gruppierung des Islam bis hin zur Entscheidung, sich in einem pakistanischen Lager zum Selbstmordattentäter ausbilden zu lassen, um letztlich in einem Einkaufzentrum mitten in Berlin einen Anschlag zu verüben, kann der Leser eindrucksvoll und realitätsnah miterleben. Aber es geht in der Geschichte auch um Julians Freundin Romea, die ebenfalls zum Islam übertritt, im Gegensatz zu Julian aber nicht der radikalen Strömung verfällt, sondern sich zunehmend von ihrem Freund distanziert, da sie erkennt, dass es beim Djihad eigentlich um etwas anderes gehen sollte, und zwar den inneren Kampf mit sich selbst auf dem Weg zu Gott.
Wenngleich es sich um eine fiktive Erzählung handelt, hat die Autorin zahlreiche reale Hintergründe einfließen lassen. In einem Vortrag im Anschluss an die eigentliche Lesung gab sie den Schülerinnen und Schüler deshalb einen Einblick in die tatsächlichen Ereignisse, die sie beim Schreiben beeinflusst haben. Anhand eindrucksvoller Bilder, Videoclips und Musik erklärte sie beispielsweise, wie Radikale im Internet versuchen Jugendliche zu ködern und welche Konsequenzen es hat, wenn diese auf die Propaganda hereinfallen und in die Fänge islamistischer Terrorgruppen geraten.
Reale Fallbeispiele in Deutschland gibt es zu genüge. Das Schicksal eines Jungen aus dem Allgäu beispielsweise lieferte die Grundlage für das Stück „Dschihad Oneway“, das der Autor und Regisseur Bernd Plöger auf die Bühne des Hofer Theaters gebracht hat. Das Theaterstück, das auch unsere 9. Klassen noch besuchen werden, wurde schon über 80 Mal aufgeführt und findet großen Anklang – gerade beim jungen Publikum. Die Lesung von Anna Kuschnarowa nutzte Bernd Plöger, um schon im Vorfeld des Theaterbesuchs mit den Schülerinnen und Schüler ins Gespräch zu kommen und mit ihnen gemeinsam zu diskutieren, aus welchen Gründen sich Jugendliche radikalisieren, wie man dies verhindern und wie man reagieren könnte, falls man in eigenen Freundes- und Bekanntenkreis miterlebt, wie ein Jugendlicher in die Fänge des islamistischen Terrors gerät.
Das Thema wird die Schülerinnen und Schüler sicherlich noch lange beschäftigen, zumal sie im Unterricht den Roman von Anna Kuschnarowa lesen und das Thema weiter vertiefen werden.

Dr. Nadja Braun, 2017-10-27 11:13:09

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Elternsprechtag für die 5. Klassen

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