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Jugendklimakonferenz 2019: Erfahrungen

Mit regem Interesse und Vorfreude durfte ich mich am 29.03.19 als Vertreter unserer Schule auf die Jugendklimakonferenz, die von unserem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber ausgerufen wurde, nach Erlangen begeben und mich der großen Umweltdebatte anschließen.
Die Veranstaltung begann mit einem Grußwort des Ministers und seiner Moderatorin, bei der auch das darauffolgende Programm vorgestellt wurde. Zu der Veranstaltung waren Schüler aus allen fränkischen Schulen eingeladen um teilzunehmen, doch sind auch viele Mitglieder der Fridays-for-Future-Bewegung aus Erlangen anwesend gewesen.
Nachdem die Teilnehmer aufgefordert wurden, sich in die unterschiedlichen Workshops zum Thema Umweltschutz im Konsum, Mobilität und Energie aufzuteilen, drängten die Gäste der FFF-Bewegung auf die Bühne, um außerplanmäßig ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen für die kommenden Stunden zu äußern. Die leicht unvorbereitet klingende Rede, gespickt mit Zitaten der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, wurde mit lauten Parolen und dem Hochhalten der FFF-Flagge beendet. Die verschiedenen Workshop-Gruppen waren nun gefordert, zu ihrem entsprechenden Thema eine Frage oder Forderung herauszuarbeiten, um diese später im Plenum mit Herrn Glauber zu besprechen und zu diskutieren. Nach einer halben Stunde war diese Gruppenarbeit beendet und die Teilnehmer strömten in den Konferenzsaal. Die Gruppenführer der verschiedenen Arbeitskreise stellten nun nacheinander ihre Ergebnisse vor und besprachen diese im Dialog mit Herrn Glauber. Vorschläge des Workshops Mobilität mit der Idee des 365€-Jahrestickets für den öffentlichen Nahverkehr ernteten viel Beifall und Jubel der anderen Teilnehmer. Der Umweltminister gab auf jede noch so geschickt gestellte Frage eine kluge, verständliche und auch befriedigende Antwort. Versprechen seinerseits, wie etwa die Abschaffung der Plastiktüte, ließen den ganzen Saal beben. Auch Anliegen wie der Erhalt der Grünflächen in Bayern fanden großen Anklang. Phrasen der Debattierenden wie „Fliegen darf nicht günstiger sein als Zugfahren!“ wurden laut bejubelt. Doch diese Strategie wurde zunehmend von Zwischenrufen aus den Sitzreihen der FFF-Anhänger übertönt. Für die Moderatorin und den Minister wurde es schwerer die Ruhe im Raum zu halten. Die gesittete Reihenfolge der Sprecher konnte nicht mehr gehalten werden. Teilweise radikale Forderungen der Fridays-for-Future-Gäste hielten nun Einzug in die Debatte. Zum großen Nachteil aller wurde dadurch das vernünftige Gespräch mit Herrn Glauber gestört. Nachdem ein Redner der Demonstranten anfing Demokratie und freie Marktwirtschaft in Frage zu stellen, verließ ich aus Protest den Konferenzsaal.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich selber die FFF-Demo in Hof mitorganisiert habe und deswegen auf keinen Fall jeden umweltinteressierten Schüler als radikal abstempeln möchte. Doch an diesem Tag habe ich gemerkt, dass gutgemeinte und sinnvolle Veranstaltungen, wie Fridays for Future eine ist, sehr leicht für linksradikale Zwecke missbraucht werden können.
Der Tag hat mich in vielen Aspekten so einiges gelehrt. Einerseits durfte ich einen Einblick in die Umweltpolitik unseres Freistaates haben und mir selber ein Bild der jetzigen Situation in unserem Land machen, doch andererseits wurde mir auf die harte Tour gezeigt, wie sehr die Bedeutung von Bewegungen verändert werden, damit sie einem bestimmten Zweck dienen. Für mich war es alles in allem ein sehr interessanter und informativer Tag und ich möchte anmerken, dass mir Herr Glauber sehr imponiert hat, da ich auch glaube, dass die Situation, in der er sich an diesem Tag befand, definitiv nicht einfach gewesen ist. Doch ich freue mich, dass die Stimme der Jugend vom Staat gehört wurde und wir unsere Meinung direkt weitergeben durften, auch wenn durch einige Anwesende das Bild etwas getrübt wurde.

Silas Burgstaller, 10a, 2019-06-03 12:03:24

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